Rechtsschutzversicherung: Stiftung Warentest

Im aktuellen Test zur Rechtsschutzversicherung der Stiftung Warentest (Finanztest 12/2014) kann kein einziger Tarif die Bestnote „sehr gut“ erreichen. Der Vergleich zeigt vielmehr, dass Verbraucher beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung genau auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der jeweiligen Police achten sollten – angesichts unverständlicher Verträge kein leichtes Unterfangen.

Rechtsschutzversicherung TestDie Rechtsschutzversicherung bietet Kostenschutz bei Auseinandersetzungen, die vor Gericht landen. Sie kommt dabei für Anwalts- und Gerichtskosten sowie für Gutachtergebühren auf. Ob die Rechtsschutzversicherung im jeweiligen Fall zahlt, hängt jedoch vom genauen Leistungsumfang ab – denn Rechtsschutzpolicen bieten keinen allgemeinen Schutz, sondern sichern immer nur bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel arbeits- oder verkehrsrechtliche Streitigkeiten ab. Beim aktuellen Rechtsschutzversicherung Test der Stiftung Warentest wurden 55 Rechtsschutzpakete von insgesamt 30 Anbietern verglichen. Die Angebote mussten sich für Familien eignen und Schutz in den Bereichen Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz bieten.

Gute Leistungen, mangelnde Verständlichkeit der Verträge

Die schlechte Nachricht: Kein einziger Tarif im Rechtsschutzversicherung Test konnte mit der Bestbewertung „sehr gut“ überzeugen. Aber insgesamt 22 Rechtsschutzpakete wurden mit „gut“ bewertet. Bei diesen Tarifen fällt auf, dass die Versicherungsbedingungen an sich von den Testern als gut erachtet wurden. Anders sieht es hingegen mit der Verständlichkeit der Verträge aus. Diese erreichten keine guten Noten. Vielmehr wurde häufig das Vertragswerk hinsichtlich seiner Verständlichkeit als nur „ausreichend“ oder sogar „mangelhaft“ benotet. Zwar hat die Verständlichkeit der Verträge keine Auswirkungen auf die Leistungen – wenn es für Laien jedoch nur schwer möglich ist, die Vertragsbedingungen zu verstehen, ist es umso schwieriger die verschiedenen Angebote hinsichtlich des Leistungsumfangs miteinander zu vergleichen.

Die besten Tarife im Rechtsschutzversicherung Test 2014

Auch wenn die Tester einiges zu bemängeln hatten, sind doch zahlreiche Tarife für gut befunden worden. Die vier besten Policen stammen dabei laut dem Test von Allrecht/Deurag („Privat“), DAS („Premium“), Arag („Aktiv Premium“) sowie HDI/Roland („Basis + RisikoPlus + Rundum Sorglos“). Wer auf der Suche nach einem umfassenden Rechtsschutz ist, findet bei diesen Anbietern gute Leistungen. Jedoch sollten Verbraucher vor Vertragsabschluss genau überprüfen, welche Leistungen wirklich sinnvoll für die persönlichen Lebensumstände sind. Da der genaue Leistungsumfang bei der Rechtsschutzversicherung erhebliche Auswirkungen auf die preisliche Gestaltung des Tarifs hat, lässt sich mit einem Verzicht auf unnötige Leistungen oftmals bares Geld sparen.

Preisvergleich von Rechtsschutz-Tarifen kann sich auszahlen

Auch bei Tarifen mit ähnlichen Leistungen ist es wichtig, die Angebote genauer miteinander zu vergleichen. Denn die Preise können sich von einem zum anderen Anbieter erheblich unterscheiden. Je nach Leistungsumfang ergeben sich so Preisunterschiede von mehreren hunderten Euro zwischen dem jeweils günstigsten und teuersten Tarif. So ist es teilweise möglich einen Topschutz mit vielen Leistungen zum einem Preis bei einem Anbieter zu erhalten wie ein Grundschutz bei einer anderen Versicherungsgesellschaft kostet.

Verbraucher sollten dabei auch auf mögliche Sonderleistungen achten. Erstattet die Rechtsschutzversicherung beispielsweise die Kosten einer Mediation, so lässt sich vielleicht ein nervenaufreibender Gerichtsstreit vermeiden. Auch eine anwaltliche Beratung und ein guter Service sind wichtige Kriterien bei der Auswahl einer geeigneten Rechtsschutzversicherung. Rechtsschutzversicherung Tests wie von Stiftung Warentest bieten daher zwar einen guten Überblick über geeignete Tarife. Einen genaueren Vergleich mittels Tarifrechner ersetzen sie jedoch kaum.